MVZ Martha-Maria Gefäßzentrum
Lipödem, Krampfadern, Venenentzündung und Co.

Phlebologische Diagnostik und Therapie

Ärztliche Leitung Andrea Lassen beim Ultraschall im MVZ Martha-Maria Gefäßzentrum

Phlebologie und nicht-invasive Gefäßchirurgie: Unser Behandlungsangebot

Diagnostik und Therapie in Nürnberg
Eine MFA führt eine Venenmessung im MVZ Martha-Maria Gefäßzentrum durch.

Krankheitsbilder aus der Gefäßmedizin, der Gefäßchirurgie und phlebologische Erkrankungen sind oftmals komplex und äußern sich durch ein Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen. Deshalb sind eine nicht-invasive Gefäßdiagnostik und ambulante Behandlungen essenziell, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Gefäßdiagnostik und Gefäßtherapie in unserer Praxis

In unserer MVZ Martha-Maria Praxis für Gefäßchirurgie und Phlebologie bieten wir deshalb das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin und Phlebologie (Venenheilkunde) an. Das umfasst die Gefäßdiagnostik und Gefäßtherapie sowie spezielle Sprechstunden zu Lipödem, arterieller Verschlusskrankheit, Zweitmeinungen und Vorsorge-Untersuchungen.

In den Praxisräumen in der Mommsenstraße 22 in Nürnberg führen unsere ausgebildeten Spezialisten die gesamte nicht-invasive Gefäßdiagnostik sowie alle ambulanten Behandlungen durch.

Unser Leistungsspektrum

Krampfadern (Varikose) +

Es handelt sich um eine Schwäche der oberflächlichen Venen (Stamm- und Seitenastvenen) mit defekten Venenklappen und einem daraus resultierenden Blutfluss zurück zum Bein. 

Ohne eine Behandlung der Krampfadern können langfristig Komplikationen, wie eine Schädigung des tiefen Venensystems (chronische venöse Insuffizienz ) oder ein „offenes Bein“ ( Ulcus cruris ) entstehen. 

Diagnostik:

• Ultraschall mit Farbduplex
• verschiedene Funktionsmessungen

Therapie:

Operativ

• endovenöse Verfahren (Radiofrequenzablation) in örtlicher Betäubung (Thumeszenzanästhesie)

• offene Krampfaderchirurgie (Strippingverfahren) ín Vollnarkose

• Entfernung von kleineren Krampfadern mit Minischnitten und Varaday-Häkchen in örtlicher Betäubung

Alle Verfahren werden angewendet und die passende Maßnahme individuell besprochen.  Die Eingriffe können fast immer ambulant durchgeführt werden.

Konservativ

• Kompressionsstrumpfversorgung

Arterielle Verschlusskrankheit (z.B. Schaufensterkrankheit)

Was ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit?

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Erkrankung der Schlagadern der Extremitäten. Die Gefäße der Beine sind hierbei viel häufiger betroffen als die Gefäße der Arme. Durch Veränderungen der Gefäßwand mit Ablagerungen (sog. Arteriosklerose) kommt es zu Engstellen und schließlich zu Verschlüssen der Gefäße. Da diese Prozesse schleichend auftreten und der Körper Umgehungskreisläufe ausbildet, handelt es sich meist um eine Erkrankung des höheren Lebensalters, kann aber auch in jüngeren Jahren auftreten.

Risikofaktoren für die arterielle Verschlusskrankheit:

• Erhöhte Blutfette (insbesondere das LDL-Cholesterin)

• Bluthochdruck

• Diabetes mellitus

• Rauchen

 

Stadien der arteriellen Verschlusskrankheit

Stadium I: Eine Verminderung der Beindurchblutung ist nachgewiesen, es bestehen aber keine Beschwerden. Wichtig ist in diesem Stadium die Behandlung der Risikofaktoren, da diese Patienten oft auch eine koronare Herzkrankheit mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt haben. Eine Behandlung der Engstellen oder Verschlüsse der Beinarterien ist bei fehlenden Beschwerden nicht angezeigt.

Stadium II: Es handelt sich hier um die sog. „Schaufensterkrankheit“. Nach anfänglich schmerzfreiem Gehen treten nach einer variablen Gehstrecke zunehmende krampfartige Schmerzen in den Beinen (meist in der Wade) auf. Die Patienten müssen stehenbleiben, bis sich der Schmerz wieder legt. 

Auch hier hat die bestmögliche Behandlung der Risikofaktoren Priorität. Eine Verbesserung der Beindurchblutung ist nur angezeigt, wenn der Patient durch die Beschwerden in seinem Alltag eingeschränkt ist und einen eindeutigen Behandlungswunsch hat. Nutzen und Risiko der Behandlung müssen gegeneinander abgewogen werden. Oft ist eine minimal-invasive Behandlung mit Katheterverfahren in örtlicher Betäubung möglich. Bei bestimmten Verschlussmustern kann auch mit regelmäßigem Gehtraining eine Verbesserung der Gehstrecke erreicht werden. 

Stadium III: In diesem Stadium kommt es zu Schmerzen im Fuß auch in Ruhe und besonders nachts und im Liegen. Es liegt eine kritische Durchblutungsstörung vor, die meist behandelt werden muss, um die Lebensqualität zu verbessern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Stadium IV: Durch die mangelnde Durchblutung kommt es entweder zum Untergang von Gewebe insbesondere am Fuß und Ausbildung von Wunden oder Wunden nach Verletzungen heilen nicht mehr ab. Auch eine Infektion der Wunde kann vom Körper nicht mehr beherrscht werden und schließlich zur Amputation führen.

Hier muss unverzüglich gehandelt werden, um eine weitere Gewebszerstörung und den Verlust des Fußes zu verhindern. Nach einer Gefäßultraschalluntersuchung erfolgt meist eine Gefäßdarstellung (Angiographie) mit Kontrastmittel, um die optimale Therapieentscheidung treffen zu können. In Frage kommen hier neben Katheterverfahren auch operative Verfahren zur Wiederherstellung der Durchblutung, z.B. mittels Bypass.

Therapie der arteriellen Verschlusskrankheit

Konservative Therapie:

• Strukturiertes Gehtraining

• Vermeidung und Behandlung der Risikofaktoren

Interventionelle Therapie (meist in örtlicher Betäubung):

• Aufdehnung mit einem Ballonkatheter (PTA)

• Implantation eines Stents

Operative Therapie (Narkose):

• „Säuberung“ des Gefäßes (Entfernung der Ablagerungen) und Verschluss der Arterie mittels Patchplastik

• Bypassverfahren zur Überbrückung längerer Verschlüsse. Als Bypassmaterial kommen körpereigene Venen oder Kunststoffprothesen in Frage.

Therapiemöglichkeiten wenn Katheterverfahren oder operative Verfahren zur Durchblutungsverbesserung ausgeschöpft oder nicht mehr möglich sind:

• Infusionstherapie: Bei kritischer Durchblutungsstörung der Beine setzen wir auch eine Infusionstherapie mit Prostaglandinen ein. Die Therapie wird entweder stationär oder bei geeigneten Patienten auch ambulant bei uns in der Praxis durchgeführt.

• CT-gesteuerte Verödung der Beckennerven (Sympathicus), was zu einer Erweiterung der Endarterienäste führt.

• Anlage eines sog. Neurostimulators mit Elektroden am Rückenmark zur Schmerzausschaltung

Halsschlagaderverengung (Carotisstenose)

Was ist eine Halsschlagaderverengung?

Die Halsschlagadern, auch Carotiden genannt, versorgen das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut. Wenn eine Halsschlagader durch arteriosklerotische Ablagerungen (Plaque) verengt ist, spricht man von einer Carotis-Stenose. Je höher der Grad der Einengung, desto größer ist das Risiko für einen dadurch verursachten Schlaganfall, insbesondere wenn bereits flüchtige Schlaganfallsymptome aufgetreten sind (kurzzeitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen auf einer Körperseite oder Sehstörungen auf einem Auge). Ursächlich hierfür ist meist keine Mangelversorgung des Gehirns, sondern das Ablösen von Teilen der Ablagerung, die dann mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort kleinere Arterien verstopfen.

Diagnostik einer Halsschlagaderverengung

Die Diagnostik findet mittels einer Gefäßultraschall-Untersuchung (farbcodierte Duplexsonografie) direkt in unserer Praxis statt. Ist eine Carotisstenose bereits bekannt, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Halsschlagadern wichtig, da sich die Engstellen mit der Zeit verändern bzw. zunehmen können. 

Therapie einer Halsschlagaderverengung

Konservative Therapie:

Bei allen Engstellen unabhängig von der Ausprägung sollten die Risikofaktoren (Blutdruck, Rauchen, Diabetes, erhöhte Blutfette) optimal behandelt bzw. das Rauchen beendet werden. Dies wird in der Wissenschaft als „Best Medical Treatment“ bezeichnet. Hierdurch bilden sich bereits bestehende Engstellen nicht zurück, sondern ein Fortschreiten der Erkrankung soll verhindert und damit das Risiko für einen Schlaganfall minimiert werden.

Operative Therapie:

Die Therapie der Wahl bei einer hochgradigen Carotisstenose ist die operative Entfernung der Ablagerung (der Plaque). In der Hand eines erfahrenen Gefäßchirurgen werden hiermit die besten Langzeitergebnisse erzielt. In ausgewählten Fällen kann auch die Implantation eines Stents in die Halsschlagader sinnvoll sein. 

Beide Gefäßoperationen können in Narkose oder in örtlicher Betäubung erfolgen. Dabei arbeiten wir eng mit der Sektion Gefäßchirurgie am Klinikstandort St. Theresien zusammen. In der Regel beträgt der stationäre Aufenthalt nach Operation der Halsschlagader rund drei Tage.

Bauchschlagadererweiterung (Bauchaortenaneurysma)

Was macht die Bauchschlagader?

Durch die Hauptschlagader (Aorta) gelangt das sauerstoffreiche Blut aus dem Herzen in den Körper. Den Teil der Hauptschlagader, der in der Bauchhöhle verläuft, nennt man Bauchschlagader (Bauchaorta).

Was ist ein Bauchschlagaderaneurysma?

Wenn sich die Bauchschlagader an einer Stelle erweitert und eine Aussackung mit einem Durchmesser von mehr als drei Zentimeter bildet, spricht man von einem Aneurysma der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma). Betroffen sind meist Männer über 65 Jahre und insbesondere Patienten, deren Eltern oder Geschwister bereits ein Aneurysma haben oder hatten.

Wer ein derartiges Aneurysma hat, merkt dies zunächst nicht. Aneurysmen bleiben meist harmlos, sofern sie nicht weiterwachsen. Werden sie aber größer, können sie platzen und zu einem inneren Verbluten führen. Um dies zu verhindern, sollten Bauchaortenaneurysmen ab einem Durchmesser von 5 bis 5,5 cm operativ behandelt werden.

Diagnostik eines Bauchschlagaderaneurysma

Die Diagnostik und die Verlaufskontrollen eines Bauchschlagaderaneurysmas erfolgen mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauches. Für gute Untersuchungsbedingungen ist es wichtig, dass der Patient / die Patientin nüchtern zur Untersuchung erscheint. Deshalb findet die Untersuchung in der Regel vormittags statt.

Therapie eines Bauchschlagaderaneurysma

Das Ziel der Therapie ist es das Aneurysma auszuschalten und somit eine Ruptur zu verhindern. Hierfür gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, deren Vor- und Nachteile wir mit Ihnen diskutieren und dann mit Ihnen individuell entscheiden:

Endovaskulärer Eingriff (EVAR): über die Leistenarterien wird eine beschichtete Stentprothese in die Bauchschlagader eingebracht und das Aneurysma so ausgeschaltet. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel drei bis fünf Tage. Ein Eröffnen des Bauchraumes ist dabei nicht notwendig. Wichtig sind danach regelmäßige und lebenslange Kontrolluntersuchungen mittels CT oder Ultraschall.

Offene Operation: über einen Bauchschnitt wird das Aneurysma eröffnet und durch eine Gefäßprothese ersetzt. Der stationäre Aufenthalt beträgt im Durchschnitt 7 – 10 Tage. Spezielle Kontrolluntersuchungen sind im weiteren Verlauf außer einem gelegentlichen Ultraschall nicht notwendig.

Angeborene Gefäßfehlbildungen
Beinvenenthrombose / Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Bei einer Beinvenenthrombose liegt der Verschluss einer tiefen Vene vor. 

Dies führt zu einer Behinderung des Rückflusses vom Bein zum Herzen und dadurch bedingt zu einer Stauung/ Schwellung im betreffenden Bein. 

Eine Venenentzündung geht mit dem Verschluss einer oberflächlichen Vene und einer Entzündungsreaktion derselben einher. Dies tritt gehäuft bei einem Krampfaderleiden als Komplikation auf. 

Beide Erkrankungen sind akut und benötigen eine zeitnahe Therapie. 

Diagnostik:
• Ultraschall mit Farbduplex

Therapie:
• Medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung 
• Kompression des Beines
• Gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente und lokal Heparin (bei Venenentzündungen)
• Abklärung der Ursache

Chronische Wunden und diabetischer Fuß
Lipödem und Lymphödem

Das Lipödem ist gekennzeichnet durch eine übermäßige, meist symetrische Fettgewebsansammlung an Beinen und Armen. Zum Teil ist das Gewebe druckschmerzhaft und neigt zu Blutergüssen. Es sind vorwiegend Frauen betroffen mit vermehrtem Auftreten in der Pubertät, Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Nicht jedes Lipödem ist krankhaft. Fortgeschrittene Stadien können zusätzlich ein Lymphödem entwickeln. Übergewicht verschlechtert das Lipödem.

Bei einem Lymphödem liegt eine Störung der Funktion der Lymphbahnen und damit ein verschlechterter Abtransport der Lymphflüssigkeit aus dem Gewebe nach zentral vor. Dies führt zu einer meist schmerzlosen und asymmetrischen Schwellung einer Extremität. Ein Lymphödem kann angeboren oder erworben (z. B. nach Operationen) sein. Lokale Infektionen verschlechtern das Lymphödem. 

Diagnostik

  • Körperliche Untersuchung
  • Sonographie mit Farbduplex
  • Von den Krankenkassen zum Teil gefordert: Umfangsmessungen, gegebenenfalls  Fotodokumentation

Therapie

Lipödem

  • Normalgewicht anstreben und halten
  • Bewegung
  • Kompressionsversorgung meist mit Flachstrickgewebe
  • gegebenenfalls manuelle/apparative Lymphdrainage bei fortgeschrittenen Stadien (operativ durch plastische Chirurgie: Liposuktion)

Lymphödem

  • Kompression mit Flachstrickgewebe, gegebenenfalls auch mit höheren Kompressionsklassen
  • manuelle Lymphdrainagen, gegebenenfalls in Dauertherapie
  • Hautpflege
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) für Selbstzahlende

Sogenannte „IGeL-Leistungen“, kurz für „Individuelle Gesundheitsleistungen“, sind ärztliche Angebote, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören und von Patienten selbst bezahlt werden. 

Wir bieten folgende IGeL-Leistungen an:  

• Besenreiserbehandlung

• Radiofrequenzablation (RFA)

• Risikoermittlung Reisethrombose 

• Gefäß-Check-up

• Spezielle gerätegestützte Lymphdrainage

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